Eine Beziehung ohne Sex – ist das wirklich möglich?

Bei vielen wird im Bett alles mögliche gemacht, wie fernsehen, lesen, essen, im Internet surfen, aber lebendige Sexualität findet oft nur selten statt. Im schlimmsten Fall gar nicht mehr. Und ja natürlich muss sie nicht unbedingt im Bett stattfinden, iss schon klar.  Aber wie ist eine Beziehung ohne Sex möglich? Lasst uns dieses Thema mal etwas genauer betrachten.

Also Inge und Bernd haben jeden Tag Sex. Peter und Olaf kommen auf 3 x pro Woche und Lisa und Marie immerhin auf jedes Wochenende. Harald und Claire machen es gelegentlich, aber bei Tom und Iris läuft gar nichts mehr. Und damit sind sie nicht alleine.

Doch was heißt es in einer Beziehung ohne Sex zu leben? Ab wann spricht man davon? Die meisten Paare haben zu Beginn auf jeden Fall Sex und können in den ersten Monaten kaum die Finger voneinander lassen. Dann schleicht sich meist eine gewisse Routine ein und selbst die schläft bei manchen auch irgendwann ein. Doch woran liegt das?

 

Einige mögliche Gründe für eine Beziehung ohne Sex

Jeder hat sicher schon mal erlebt dass die anfänglichen Schmetterlinge nach einer bestimmten Zeit nachlassen und die Bewältigung des Alltags wichtiger wird als romantische Begegnungen. Diese Zeitspanne kann sehr unterschiedlich sein und wird vom Gehirn aus gesteuert. Je mehr ein Paar das limbische System da oben in Wallung hält, umso länger werden auch die Schmetterlinge befeuert.

Dann können die unterschiedlichsten Aspekte hinzu kommen, die eine Flaute im Bett verursachen können:

  • Stress auf der Arbeit
  • finanzielle Sorgen
  • psychische Probleme
  • Schlafmangel durch weinende Kinder
  • familiäre Probleme
  • Traumata, Krankheiten, Unfälle
  • Ängste & Süchte

Das sind nur einige und ich möchte sie alle kurz etwas näher erläutern.

Stress auf der Arbeit führt häufig dazu dass sich der Partner vielleicht zurückzieht, gereizt ist, im Gedankenkarussell feststeckt und darunter die Leichtigkeit der Beziehung leidet. Spontanität weicht der Planung und gute Laune gibt es nur noch am Wochenende. Eine zeitlang ist das ja zu verkraften, aber auf Dauer ein echter Lustkiller.

Finanzielle Sorgen geben viele Paare in Umfragen als Grund für mangelnden Sex in der Beziehung an. Die Sorgen ums liebe Geld zerren an den Nerven und auch an der Libido. Je existentieller die Probleme sind um so schwerer ist es die intime Zweisamkeit genießen zu können. Erschwert wird das ganze noch wenn auch die Kommunikation darunter leidet und es oben drauf noch Schuldzuweisungen gibt.

 

Psychische Probleme sind am Anfang nicht immer zu erkennen und zeigen sich erst im Laufe der Zeit. Es gibt da natürlich einen großen Spielraum von feststehenden Diagnosen bis hin zu den Mängeln der “Selbste”  (Selbstliebe, Selbstbewusstsein, Selbstwert usw.) Manchmal geht beides auch Hand in Hand und lässt körperliche Nähe nicht mehr zu.

 

Schlafmangel durch weinende Kinder ist vermutlich leicht zu verstehen. Da bleibt  schon mal gerne alles auf der Strecke. Dazu zählt aber auch dass die Mütter oft schon soviel Körperkontakt am Tag haben, somit das Bindungslevel quasi schon total hoch ist und Sex da nicht mehr hoch im Kurs steht. Oder Frau sich zwischen vollen Pampas und Brust geben einfach nicht so sexy fühlt.

Familiäre Probleme können ein Paar auch aus dem Tritt bringen. Sei es Probleme in der Herkunftsfamilie oder in der eigenen. Oftmals spielen auch Lebensumbrüche wie Auszug der Kinder, Krankheit und Tod von nahen Angehörigen eine große Rolle. Aus anfänglicher Rücksichtnahme wird schließlich eine Gewohnheit und schwupps fällt der Sex ganz aus.

Traumata, Krankheiten, Unfälle verändern das Leben total. Manchmal liegen sie in der Vergangenheit, doch die Dämonen holen einen immer wieder ein und die inneren Stimmen sind lauter als andere. Das führt häufig zu innerem und äußeren Rückzug, zu Scham, zu Isolierung. Natürlich sorgen akute Krankheiten und Unfälle immer für Veränderungen und manchmal auch für das Einstellen der Sexualität. Dazu gehören auch Schmerzen und Verletzungen die während einer Beziehung entstanden sind.

Ängste und Süchte gehören eigentlich in alle Bereich mit rein, aber ich möchte sie dennoch explizit noch mal einzeln aufführen. Nicht jede Angst ist im hier und jetzt begründet und hat wirklich einen Bezug zur Realität. Oft wird etwas altes getriggert und der Zusammenhang nicht sofort erkannt. Alle Süchte bestimmen das Miteinander maßgeblich und kontrollieren den Alltag, Natürlich gibt es auch eine Sexsucht, die aber nichts mehr mit einer liebevollen Beziehung zu tun hat, sondern ein anderes Gefühl versucht zu kompensieren.

 

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Eine Beziehung ohne körperliche Nähe – wie lange geht das gut?

Geht es überhaupt gut? Eine lange Zeit geht es sicher gut, denn Sex ist ja nicht alles im Leben und auch nicht der einzige Faktor an dem sich eine glückliche Beziehung festmachen lässt. Aber immerhin doch so ein wesentlicher Bestandteil dass es ohne ihn eben doch schwierig wird.

Häufig kommt es erst mal zu den typischen Fragen:

  • hat es mit mir zu tun
  • gefalle ich dir nicht mehr
  • gibt es jemand anderen
  • was ist los mit dir
  • warum weichst du mir aus …

Na kommt dir die ein oder andere Frage bekannt vor? Also ich kenne sie alle und habe sie auch alle schon gestellt. Auch ich habe schon eine Beziehung ohne Sex geführt und viele Jahre gehofft das Ruder noch mal rum drehen zu können. Doch irgendwann kam bei mir der Punkt, da wollte ich duschen und zwar mit heißem & kaltem Wasser. Mit Schaum, mit Prickeln, mit Lust, mit einseifen, mit allem drum und dran. Ich wollte den Duschgang wieder als eine sinnliche Erfahrung celebrieren, ihn feiern, mich spüren.

Doch so sehr ich mich auch anstellte, egal was ich auch versuchte, es kam kein Tropfen mehr raus. Ich war bereit den Klempner aufzusuchen, doch auch das stieß auf Ablehnung. Ich musste mich befreien. Und das war gut so, denn heute erleben alle meine Sinne ein wahres Duschfest und ich möchte es nicht mehr missen.

 

Ist eine Beziehung ohne Sex immer ein Trennungsgrund?

Nein ganz sicher nicht! Bei mir war es nach einigen Jahren so. Doch ich kenne auch Paare, die haben sich gut arrangiert, die vermissen es nicht. Wenn wirklich beide damit fein sind, dann ist es doch auch ok.

Im Coachingalltag erlebe ich jedoch meistens dass einer nicht einverstanden ist und darunter leidet. Oft ist das Thema sehr schambesetzt, wund und schmerzhaft. Eine gute Kommunikation kaum noch möglich, weil sich jeder hinter seinen trügerisch vermeintlich helfenden Verhaltensmustern versteckt und somit ein gegenseitiges aufeinander einlassen verhindert wird.

Oft ist es gar nicht unbedingt der Sex der vermisst wird sondern ehr die körperliche Nähe überhaupt. Der sanfte Streichler über den Rücken zwischendurch, die Liebkosungen am Morgen, die Berührung der Hände am Abend. Oh und die Küsse, das leidenschaftliche nicht enden wollende Verschmelzen der Lippen…All die Handlungen die ausschlaggebend sind für die Befeuerung des limbischen Systems.

Du erinnerst dich an das Gehirn vom Anfang? Ja und die Ausschüttung der Bindungshormome! Denn die sorgen dafür dass wir uns sicher, geliebt und geborgen fühlen. Wenn die nicht mehr fließen, dann scheint ein weiteres Miteinander oft sinnlos.

 

Wie kommt wieder Schwung in die Kiste?

  • Natürlich ist wichtig zu klären warum es tatsächlich keinen Sex mehr gibt. Da bleibt ein klärendes Gespräch einfach nicht aus. Denn es gibt ja gute Gründe für diesen Zustand und die müssen offen auf den Tisch. Vielleicht liegt es an neuen Medikamenten, an andauerndem Stress, an den körperlichen Veränderungen, Wechseljahren, an alten Verletzungen etc. Also hier heißt es jetzt TACHELES reden!
  • Sich darüber einigen ob beide den Zustand aktiv ändern wollen und bereit sind was dafür zu tun. Das ist im Prinzip schon die halbe Miete, denn wenn nicht beide an einem Strang ziehen wird es schnell wieder einschlafen.
  • Wenn alles geklärt ist und beide Parteien die Nähe wieder im Alltag integrieren wollen gib es 2 Möglichkeiten: a) ihr setzt euch aufs Fahrrad wieder drauf und stellt fest dass ihr es nicht verlernt habt oder b) ihr lasst es ganz langsam und ohne Druck angehen.
  • Falls Variante a) in Frage kommt, dann brauchst du nicht weiter lesen 😉 Für b) ist es hilfreich SEXZEITEN zu planen und diese zu gestalten.

 

Sorge für die Möglichkeit im Alltag

  • Für Freiraum, also ohne Störfaktoren wie Handy, Kinder, Arbeit etc. Organisiere echte PAARZEIT!
  • Dann kommt es auf die passende Stimmung an, vielleicht etwas romantische Musik, Kerze und du weißt schon. Erinnere dich an früher, was hat das Blut in euren Adern prickeln lassen? Tanzen, kochen, Glas Wein, gutes Gespräch, massieren, Hand in Hand spazieren gehen, sich an alte Zeiten erinnern … einfach eine gute Zeit miteinander verbringen und sich wieder mal tief in die Augen schauen.
  • Alle Arten von Unterstützung sind erlaubt! Von Reizwäsche über Pornos, Swingern, Gleitmitteln bis Sextoys. Vielleicht geht ihr gemeinsam shoppen und sucht euch etwas neues aus und guckt mal was passiert. Achtet dabei auf eure Würde und eure Werte, es wird nichts gemacht nur um dem anderen zu gefallen, wenn es sich nicht gut anfühlt!
  • Humor. Humor. Humor. Humor ist sexy und hilft in allen Lebenssituationen weiter. So wie über alles reden auch.

 

Ist eine Beziehung ohne Sex weniger wert als mit Sex?

Jein. Wie schon erwähnt gibt es gute Gründe warum es keinen mehr gibt. Aber ganz ehrlich, wenn es doch sowas schönes für uns Menschen gibt und es ja mal Spaß gemacht hat, warum sollte man dann damit aufhören? Es gibt einige Statistiken die nachweisen, dass Menschen mit einer erfüllten Sexualität länger leben und auch weniger anfällig für Krankheiten sind. Ich glaube das stimmt auch, weil wie gesagt die Ausschüttung der Glücks – und Bindungshormone echt ihren Sinn haben und dafür kann ich was tun.

Wenn ich mit meinem Partner geistig, emotional und körperlich nah bin, dann hat das eine eigene Dynamik, eine eigene Schwingung. ABER, wenn mein Partner und ich uns an sich sehr gut verstehen, beide den Sex überhaupt nicht vermissen und glücklich miteinander sind ist das doch auf jeden Fall genauso wertvoll.

Es gibt immer mal Phasen im Leben, wo es im Bett ruhiger zugeht und das ist auch völlig ok. Doch sobald einer darunter leidet springt die Ampel auf gelb und sollte nicht ungeachtet bleiben. Einer der meisten Gründe zu Seitensprüngen ist immer noch der mangelnde Sex in der Beziehung. It’s up to you.

 

Und wenn es alleine nicht weiter geht oder sich das Problem nicht löst, dann ist es super ratsam sich Hilfe zu holen. Ich bin hier für dich.

 

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Natürlich möchte ich dir auch meine  Volltreffer Herz Akademie für echtes BeziehungsGlück ans Herz legen, wo es ebenfalls ganz viel persönliche Unterstützung von mir zu diesen Themen gibt.

Auf meinem YouTube Kanal Andrea Holthaus – Volltreffer Herz gibt es jeden Donnerstag um 20°° live die LOVE LOUNGE, zu der ich dich auch herzlich einlade. Dort spreche ich mit anderen Experten über die Liebe und unser Beziehungsleben. Also ich  freue mich wenn wir uns an der ein oder anderen Stelle begegnen und wünsche dir bis dahin eine gute Zeit.